Kennedy shot first

Irgendwann am frühen Montagmorgen, begleitet vom imperialen Marsch, stürmt Kathleen Kennedy, dunkel gekleidet mit einem Hang zum dramatischen ins Büro ihrer Regisseure  Phil Lord & Chris Miller, um den beiden mit ernsten Stimme zu verkünden: Es ist zwecklos Widerstand zu leisten! Ihr seid gefeuert.

So eine Nachricht lässt naturgemäß das gesamte Fandom aufhorchen. Die einen sind völlig entgeistert und stehen dem zweiten Stand-Alone im STAR WARS Universum nun eher ratlos gegenüber, während die anderen schon immer wussten, dass die Verpflichtung von Miller & Lord eine Schnapsidee sondergleichen war.  Man kann es drehen und wenden wie man will, am Ende sind beide Seiten ordentlich angeschlagen aus der Sache hervorgegangen.  Zieht man nach zwei Kinofilmen und drei weiteren die sich zurzeit noch in Produktion befinden Bilanz, so fällt Kathleyn Kennedy Zeugnis als Präsidenten des erfolgreichsten Franchise aller Zeiten, ernüchtern aus.

The Force Awakens ist inhaltlich, wahrscheinlich sogar notwendigerweise, ein gut gemachtes Remake der OT, das zumindest einige interessante neue Charaktere einführt. Ganz Reibungslos verliefen die Arbeiten am ersten Teil der neuen Trilogie dennoch nicht. Und auch bei Rogue One gab es wohl Differenzen über die eingeschlagene Richtung von Regisseur Gareth Edwards. Etliche neu gedrehte Szenen später ist der erste Stand-Alone Film zwar ein beeindruckende eye candy Materialschlacht sondergleichen, dafür geht ihm die Relevanz als Teil der SAGA zum Teil völlig ab. Dennoch waren beide Filme leicht verdientes Geld für Lucasfilm. Und nun Han Solo.

Was genau nun die Vorstellungen von Lucasfilm Präsidentin Kennedy und ihrem Drehbuchteam, bei dem vor allem Lawrence Kasdan unzufrieden über die Umsetzung  gewesen sein soll,  waren und wie weit davon, dass über Wochen angefertigt Filmmaterial entfernt ist, bleibt reine Spekulation. Doch was hat man bei Lucasfilm erwartet? Schaut man sich die Filmographie der beiden an, lassen sich dort Filme wie Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen, 21 Jump Street & 22 Jump Street und zu guter letzt noch The LEGO Movie finden. Alle Unterhaltungsfilme, denen man eine humoristische Grundeinstellung unterstellen kann. Sollte nun Han Solo zum Spaßclown umdefiniert werden oder konnte man die Regisseure nicht nach seinen Vorstellungen biegen und formen? Und wie lief da die Kommunikation zwischen Produktionsfirma und Filmteam ab? Da wurde doch nicht fünf Monaten ohne jegliche Kontrolle gearbeitet?

Abschließend festzuhalten ist, dass man nun, passend zur konservativen Ausrichtung der Stand-Alone Filme, einen konservativen Handwerker als Regisseure gefunden hat. Ron Howard ist kein wirklich schlechter, dennoch brachen bei seiner Verpflichtung keine Jubelstürme aus. Entscheidend für den HAN SOLO Film wird es sein, in welchem Maße nun Howard in den Schaffensprozess eingreifen darf, muss und soll. Wie es danach weitergeht, wird man voraussichtlich erst in ein paar Wochen erfahren, wenn er sich ein Bild vom bereits fertiggestellten Material gemacht hat und weiß, was genau Kennedy & Kasdan nun eigentlich genau wollen …

 

 

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