Dragonstone

Das Warten hat ein Ende! Die siebte und damit vorletzte Staffel zu Game of Thrones ist gestartet. Der Kampf um den eisernen Thron wird auch in dieser Staffel seine Opfer fordern und uns hoffentlich einiges abverlangen.  Es ist Endgame Zeit!

Der ersten Folge fällt, traditionsgemäß, erst einmal die Aufgabe zu, nach über einem Jahr, die Fans zurück in die Welt der Sieben Königreiche zu bringen. Da trifft es sich natürlich bestens, mit Jeremy Podeswa¹ einen Regisseur zu haben der schon den letztjährigen Staffelauftakt »The Red Woman« inszeniert hat. Und auch »Dragonstone« gibt sich überwiegend ruhig und leise, beginnt aber mit einem schönen cold open, in dem Arya ihre Rachegelüste an den restlichen Familienmitgliedern der Freys ausübt und mit kalter Miene konstatiert: »Winter came for House Frey«. Damit hat sich aber für uns vermutlich der Schauplatz rund um die Twins und ihrer schaurig schönen Speisehalle erledigt. David Bradley sei dank, wird uns der gemeine alte Lord Walder Frey aber immer in Erinnerung bleiben.

Auf ihrem Weg Richtung King´s Landing trifft Arya später noch auf einige Lannister Soldaten. Ob die jungen vom Krieg gezeichneten Soldaten aber in ihr ein Umdenken anstoßen, muss nach ihrer Charakterentwicklung stark bezweifelt werden. Diese junge Frau hat noch einige Namen auf ihrer Liste, die sie ohne Wenn und Aber abarbeitet. Und genau aus diesem Grund ist sie ein potenzielles Opfer, wenn es um den Tod einer beliebten Figur in Game of Thrones geht. Denn welchen Nutzen hätte sie für den großen Krieg, der sich langsam aus dem eisigen Norden Richtung Mauer zu bewegt?

Derweil hat der neue King in the North Jon Snow einige Unstimmigkeiten mit seiner Cousine Sansa zu beackern. Haben die Einflüsterungen von Petyr »Littlefinger« Baelish nun doch bei Sansa gewirkt? Sansa selbst beteuert, sie wolle nur dafür sorgen, dass die verbliebenen Starks nicht genauso blauäugig in ihr Verderben rennen wie einst ihr Vater Ned und ihr Bruder Rob. Aber so richtig auf einen Nenner können sich die beiden nicht einigen. Für Jon ist die Gefahr aus dem Norden, wo ein riesiges Heer von Untoten unter der Führung des Night´s King Richtung Winterfell marschiert großer, für Sansa ist es die unberechenbare Queen Cercei. Ein baldiges Eintreffen vom tot geglaubten Bran könnte dabei helfen, eine völlig neue Dynamik in Winterfell zu entfachen. Denn die Enthüllung der Wahrheit über die wahren Familienverhältnisse von Jon wird hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

An der Wall sind nun endlich auch Bran und Meera Reed angekommen. Schön das sie nun auch dem letzten Zuschauer deutlich machen, dass sie die Tochter von Howland Reed ist. Dieser ist bekanntlich der letzte Überlebende, der die Ereignisse rundum den Tod von Jons wahrer Mutter Lyanna Stark im Tower of Joy bezeugen könnte. Die Szene könnte aber noch eine weit größere Bedeutung bekommen. Wie wir aus der letzten Staffel wissen, ist das Mal an Brans Arm, das ihm der Night´s King verpasst hat, eine Art Zauberspruchbrecher. Ist nun die Wall in Gefahr? Stürzt diese eventuell in dieser Staffel noch in sich zusammen? Vorstellbar ist es allemal und sicherlich gebe dieses Spektakel eine schöne letzte Szene in Folge 7 ab. Die ja ebenfalls von Regisseur Podeswa gedreht wurde.

In Oldtown bekommen wir jedenfalls noch einen weiteren Hinweis darauf, welches Schicksal der eisigen Befestigung im Norden bevorsteht. Sams Appell, man müsse ihm endlich glauben, dass die White Walker einmarschieren, trifft zwar nicht auf taube Ohren, dafür aber auf alte, völlig der Realität entfremdete. Die Wall hält schon seit Jahrhunderten. Warum sollte sie ausgerechnet jetzt ihren Dienst einstellen? Wir werden sehen, wie lange sich die Maester in ihrer Bibliothek noch sicher fühlen. Sams Tagesablauf, der zwar ungewohnt aber durchaus sehenswert mithilfe einer Montage dargestellt wurde, wird also noch für eine Weile vom Ausleeren der Bettpfannen und dem Ausliefern von Essen an so manch bemitleidenswerter Kreatur bestimmt sein. Für uns gab es in Oldtown zwei wichtige Fakten zu lernen. Erstens, es gibt in Dragonstone wohl eine Menge Dragonglass, dem Allzweckmittel gegen lästige kalte Untote und zweitens, Daenerys einstiger Berater Jorah Mormont, ob freiwillig oder gefangen, ist auf seiner Suche nach einem Heilmittel in die Stadt der Maester gelandet.

Richtig winterlich wird es in den Riverlands. Zusammen mit der Brotherhood Without Banners macht sich der Hound weiter Richtung Norden auf. In einem verlassenen Farmerhaus², das dem Hound nur allzu bekannt ist, finden sie Unterschlupf. Erst äußert er sich wiedereinmal spöttisch über den Lord of Light, findet dann aber in den Flammen eine Vision, die sich wunderschön mit der ersten Szene nach dem Intro ergänzt. An dieser Stelle muss man festzuhalten, das der Hound spätestens hier seine religiöse Erweckung erfährt. Ein Mann, der nach Vergebung für seine Taten sucht, um eventuell bald das Zeitliche zu segnen? Zum Abschluss gibt es für alle Buchleser, noch einen netten Hinweis zur »Gravedigger-Theorie«.

Wie schlecht es dagegen um die Lannister bestellt ist, wird in der Szene in King´s Landing zwischen Cersei und ihrem Bruder Jamie deutlich. Die neu gekrönte Königin der sieben Königslande, oder wie Jamie berechtigterweise einwirft, von drei Königslanden, schreitet auf ihre Westeroskarte auf und ab. Ihre »politischen« Maßnahmen haben nur eins nach sich gezogen. Feinde im Norden, Osten, Süden und Westen. Ein Krieg, gerade jetzt, wo der Winter gekommen ist, scheint völlig unmöglich ohne Verbündete. Jaime dagegen wird wohl langsam klar, diese Frau, seine geliebte Schwester, ist kaum noch zu retten. King´s Slayer, mach Dich bereit, demnächst wirst Du gebraucht! Da hilft es auch nicht, wenn der verräterische Captain Euron » Jack Sparrow« Greyjoy, ihr eine Allianz und Heirat anbietet. Doch eventuell könnte ein Geschenk, die Mad Queen umstimmen. Zwei Hände bemerkt der Kajal Pirat an, sind halt doch besser als eine. Bekommt Cersei vielleicht einen Drachen geschenkt? Stichwort: Dragonbinder. Oder ihren verhassten kleinen Bruder Tyrion? Immerhin ist bis jetzt alles so eingetroffen, wie man es ihr weissagte. Der »Valonqar« macht ihr Angst, so sehr, dass sie darüber vergisst, dass sie zwei kleine Brüder hat. »And when your tears have drowned you, the valonqar shall wrap his hands about your pale white throat and choke the life from you.«³

Der Eye Candy Moment der ersten Folge wahr, ohne jeden Zweifel die Ankunft von Daenerys im alten Familiensitz der Targaryens. Die titelgebende Burg Dragonstone, spielte schon bei der Eroberung Westeros durch Aegon the Conqueror eine wichtige Rolle. Schön das sich die Serienmacher dafür entschieden haben, auf den doch oft verwendeten Moment der Thronbesteigung, zu Gunsten der weit symbolträchtigeren Szene zu verzichten. Daenerys hat allen Anschein nach, anders als ihre Konkurrenten in King´s Landing einen Plan und stellt sich selbstbewusst und mit hochgekrempelten Ärmeln an die Spitze des riesigen Kartentisches.



»Dragonstone« ist ein ruhiger Anfang, für eine Staffel die, so lässt sich aus den Trailern ablesen, noch für einigen Bombast sorgen wird. So bietet sie wohl eine letzte Möglichkeit, noch einmal Luft zu holen,in sich zu gehen, um nächste Woche dann explosiv in die Schlacht zu gehen: »Shall we begin?«. Gerne!



Meine Todesliste für Staffel 7

  • Arya Stark
  • Sandor »The Hound« Clegane
  • Tormund Giantsbane
  • Cersei Lannister
  • Beric Dondarrion

¹ Kill the boy [S5E5], Unbowed, Unbent, Unbroken [S5E6], The Red Woman [S6E1], Home [S6E2], Dragonstone [S7E1], Ohne Episodentitel [S7E7]

² In Staffel 4 Episode 3 »Breaker of Chains«, finden Arya und der Hound hier einen Platz zum Übernachten. Am nächsten morgen raub Clegane den Farmer und seine Tochter jedoch aus. Jetzt hat er die Gewissheit, dass es die Beiden nicht geschafft haben.

³ A Feast for Crows, Chapter 36, Cersei VIII.

 

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