Beyond the Wall

Jenseits der Mauer treffen die glorreichen Sieben auf einen scheinbar unbesiegbaren Feind. »Death is the enemy. The first enemy and the last.« Die vorletzte Game of Thrones Folge für dieses Jahr bietet atemberaubende Schauwerte aber auch eine Vielzahl an Problemen, die man erst mal schlucken muss. Es wäre wohl besser gewesen, auf Tormund zu hören: »Smart people don´t come up here looking for dead.« 

Während Jon und seine Gefährten durch die kalte Landschaft im Norden nach einer Möglichkeit suchen, einen Eiszombie zu fangen. Zieht sich die Schlinge in Winterfell bedrohlich eng zusammen. Die Frage bleibt aber weiterhin offen, wessen Kopf am Ende darin hängen bleibt. Zurzeit sind die Ereignisse im Quartier der Starks nicht einfach zu erklären, dahin gehend sind die Szenen in der aktuellen Folge leider auch nicht weiter erhellend. Arya stellt nun, wie von Littlefinger wohl geplant, Sansa zur Rede und wirft ihrer älteren Schwester Verrat an der eigenen Familie vor. Sansas Einwand sie wäre damals noch ein Kind gewesen und wurde bedroht lässt Arya aber nicht gelten. Sie ist sich sicher, selbst niemals so einen Brief, egal unter welchen Umständen, zu schreiben.

Im späteren Verlauf der Folge, zieht Sansa Littlefinger ins Vertrauen, der anzumerken hat, das Brienne einen Eid geschworen hat sie und ihre Schwester zu beschützen. Doch welche Seite würde die Kämpferin wählen, wenn Arya und Sansa aufeinander losgehen? Eine Einladung nach King´s Landing veranlasst die Lady of Winterfell, Brienne gemeinsam mit Podrick als ihre Vertretung zu entsenden. So wäre dieser Unsicherheitsfaktor vorerst aus der Welt geschafft. Sansa nimmt dennoch die Drohungen Aryas und Littlefingers Ratschläge ernst und versucht nun mehr über ihre mysteriöse Schwester zu erfahren.

In Arays Zimmer entdeckt sie nun eine ganze Sammlung von Gesichtern und wird von ihrer Schwester überrascht. Arya erklärt der sichtlich nervösen Sansa ihre Ausbildung in Braavos und droht dieser, auch ihr Gesicht könnte sich schon bald in ihrer Sammlung wiederfinden. Dabei wandert der Dolch, den Arya von Bran und der von Littlefinger bekommen hat, nun zu Sansa.

Prognose fürs Winterfell Finale: Vieles lässt einen in Winterfell mit riesigen Fragezeichen über dem Kopf zurück. Seien es die fragwürdigen Charakterentwicklungen der drei Stark Kinder oder der etwas zu stark konstruierte Konflikt zwischen Sansa und Arya. Welche Rolle Bran zur Zeit innehält, kann eigentlich auch niemand so genau erklären. Und dennoch hat die Szenerie in Winterfell etwas an sich. Im Staffelfinale wird es wohl, auch aus Ermangelung von Zeit in der achten Staffel, zu einer Auflösung der Storyline kommen. Eindeutig ist dabei zwar nichts, aber es ist sehr gut vorstellbar, dass die Stark Kinder ein doppeltes Spiel mit Littlefinger spielen, um ihn ein für alle Mal loszuwerden. So könnten die Worte von Sansa, »When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.«, die letzten Worte sein die Petyr Baelish zu hören bekommt.   

Neben Winterfell und dem Hauptstück jenseits der Mauer spielen noch zwei kleiner Szenen zwischen Daenerys und Tyrion in Dragonstone. Die Hand der Königin ist besorgt um die momentane Entwicklung der Mother of Dragons. Beide diskutieren die Möglichkeiten eines Treffens mit Cersei, dabei werden auch noch einige Details des Gespräches zwischen Jaime und Tyrion aus der letzten Folge enthüllt. Beide rechnen zwar damit, dass die Mad Queen eine Falle für Daenerys und ihre Gefolgschaft bereithält, aber für Tyrion kommt es nicht infrage, seiner gehassten Schwester selbst eine zu stellen.

Warum eigentlich nicht? Hat Cersei nicht spätestens mit der Sprengung der Sept of Baelor gezeigt, was sie alles unternehmen wird, um ihre Feinde auszuschalten? Auch das Drängen darauf, eine Entscheidung bezüglich der Nachfolge im Falle eines Todes von Dany erschließt sich nicht ganz. Sicherlich ist diese Frage, gerade auch weil Dany wohl keine eigenen Kinder mehr bekommen kann berechtigt, doch der Zeitpunkt dafür ist denkbar ungünstig gewählt. Irgendwo zwischen Essos und Westeros muss Tyrion sein Mojo verloren haben und dazu noch seinen Verstand. Der einst cleverste Mann Westeros agiert in dieser Staffel alles andere als clever und sabotiert sich unwissentlich selber.

Im ewigen Eis machen sich Jon, Tormund, der Hound, Jorah, Beric, Thoros, Gendry und eine Handvoll Namenloser Redshirts weiter auf den Weg um einen Untoten zu finden, zu fangen und zurück nach King´s Landing, als Beweis für die Existenz der White Walker, zu bringen. Zwischendurch gibt es einige nette Konversationen zwischen den Hauptfiguren, um als Zuschauer ein besseres Gefühl für die Gruppe zu bekommen. Dabei sticht neben dem Dialog zwischen Jorah und Jon auch die Szene hervor in der Tormund seine Gedanken zu der bend-the-knee-Sache erläutert:

Tormund: So, you meet this Dragon Queen, huh? And?

Jon: She´ll only fight beside us if I bend the knee.

Tormund: You spend too much time with the Free Folk. Now you don´t like kneeling. Mance Rayder was a brave man. A proud man. The King-beyond-the-Wall never bent the knee. How many of his people died for his pride?

Nach einem Zombiepolarbärenangriff, der den roten Priester Thoros fast das Leben kostet, finden sie eine Vorhut an Wights, unter der Obhut eines White Walkers. Ob man die Idee, töte den Boss und alle Lakaien zerfallen zu Staub gut findet oder als ausgelutschtes Fantasy Klischee empfindet, ist sicherlich eine Geschmacksfrage. Für den Zuschauer ist diese Information aber neu und es wäre eventuell angebracht gewesen, dies auch schon in der Folge »Hardhome« [S5E8] zu erwähnen.Tormund in love

Doch der Plan sich mit dem gefangenen Untoten heimlich vom Acker zu machen, schlägt wie sollte es anders sein fehl und die Gruppe ist gezwungen zu flüchten. Gendry wird zum Eukles auserkoren und soll so schnell wie möglich zurück nach Eastwatch rennen und mithilfe eines Raben Daenerys herbeirufen. Interpretiert man die gezeigten Bilder der Wanderschaft, lässt sich daraus eigentlich nur Schlussfolgern, dass die Fellowship of the living, mehre Tage und Hunderte Kilometer entfernt von der Mauer auf die Armee der Untoten getroffen sind. Doch Zeit und Entfernungen spielen in der siebten Staffel keine Rolle mehr. Eingekesselt und dem Tod nah, gibt es eigentlich kein Entkommen mehr für Jons Gruppe, doch Gendry und der Rabe haben es auf magische Art und Weise geschafft und so erreicht Daenerys mit ihren drei Drachen gerade noch rechtzeitig den Ort des Geschehens. Bis dahin fallen die letzten Namenlosen Rothemden und die Gruppe kann sich auf Drogon retten und flüchten.

Gäbe es da nicht die Helden, die dumme Dinge machen und dann dabei sterben. Und natürlich folgt die Rettung der Gruppe keiner Logik. Sie muss spannend sein, auch wenn die Charaktere dafür dumme Entscheidungen treffen müssen. Hier und jetzt sind es Helden, die für das Überleben der Anderen jenseits der Mauer im Süden kämpfen. Und so stürzt sich Jon in jeden Zombie, der ihm vor die Klinge rennt. Will er die Armee im Alleingang besiegen? Den Night King töten und den Krieg beenden, bevor er begonnen hat. Ist es wirklich so einfach Game of Thrones? Die Handlung will an diesem Punkt, dass die Serie ihren Eisdrachen bekommt. Also bekommt sie ihn auch. Die Umstände wie das passiert ordnen sich nun gänzlich der Bildgewalt dieser Episode unter und so durchbohrt ein riesiger Eisspeer Viserion. a7huqbr093gz Auch wenn sich die Serie nie wirklich Mühe gegeben hat Drogons Brüdern eine Persönlichkeit zu geben, so schmerzt der Anblick des sterbenden Drachen Charaktere und Zuschauer gleichermaßen. Ein wahrer Game Changer, der dazu noch die Tyrion-ist-ein-Tagaryen-Theorie zunichtemachen sollte. Der Schock sitzt tief und erst jetzt erlaubt es das Drehbuch, dass sich die Überlebenden auf Drogon retten können. Nur für Jon sieht es für einen kurzen Moment so aus, als wäre diese Suicide Mission das Ende. Gäbe es da nicht Uncel Benjen, wo auch immer der die ganze Zeit war. Und so kommt es nach einer so unendlich langen Zeit zum Wiedersehen der Zwei. Doch für einen Charaktermoment zwischen den beiden bleibt keine Zeit mehr. Wie achtlos hier mit den Figuren umgegangen wird, ist schon ärgerlich. Und das passiert nicht zum ersten mal in dieser Staffel. So kommt Jon, halb erfroren auf dem Rücken von Benjens Pferd doch noch zurück zur Eastwatch. An Board des Schiffes, das sich nun Richtung King´s Landing befindet, kommt es am Ende der Episode zu den ersten zaghaften Annäherungen zwischen Tante und Neffe. Jon ist nun endlich bereit, Daenerys als seine Königin zu akzeptieren und seinen Stolz hinten anzustellen. Man kann die Hochzeitsglocken schon fast läuten hören.

Prognose zum King´s Landing Finale: In der Hauptstadt so scheint es, führen die Storylines von Jon und Daenerys mit denen von Jaime und Cersei nun zusammen. Es kommt zum Treffen der drei Könige/Königinnen. Jon wird wohl weiterhin zu Dany stehen, eine heiße Liebesszene leider mit inbegriffen.Jon & Dany sitzen auf nem DrachenBleibt nur noch die Frage ob Cerseis Falle zuschnappen wird, oder die drei fürs große ganze, ihrer Rivalität vorerst zur Seite legen können. Die Chancen stehen wohl eher auf einen Waffenstillstand. So wird wohl kein erwähnenswerter Charakter in King´s Landing das Zeitliche segnen. Und dennoch, es besteht eine klitzekleine Möglichkeit, dass alles aus dem Ruder gerät. Immerhin müssen die Unsullied, Dothraki und Euron ja noch mal ins Geschehen eingreifen. Und dieses Treffen ist wohl die letzte Möglichkeit, die der Serie noch bleibt, Sandor »The Hound« Clegane und seinen Bruder Gregor »The Mountain« Clegane in einem epischen Kampf, dem Cleganebowl, aufeinandertreffen zulassen. 

Blue Eye Viserion

Prognose beyond the Wall: Der wieder erweckte Eisdrache Viserion wird eine große Hilfe für den Night King und seine Armee sein und in der letzten Szene dieser Staffel die Mauer zum Einstürzen bringen. »There´s only one war that matters … the Great War. And it is here.« 



Game of Throes is on ice! Die vorletzte Folge bietet grandiose Bilder, tolle Effekte, einen Eisdrachen, tolle Musik und viel Spannung. Das alles kann man aber nur genießen, wenn man die Ungereimtheiten, die dummen Charakterentscheidungen, die nicht bis in letzter Konsequenz durchgeführten Tode von Tormund und Jorah, den Deus ex Benjen und Raben mit Lichtgeschwindigkeit ausblenden kann.



MEINE TODESLISTE FÜR DAS STAFFELFINALE

  • Theon Greyjoy
  • Cersei Lannister
  • Sandor »The Hound« Clegane & Gregor »The Mountain« Clegane 
  • Brienne von Tarth
  • Petyr »Littlefinger« Baelish

 

2 Gedanken zu “Beyond the Wall

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