Winterfell

Zum Auftakt der letzten Staffel lässt es Game of Thrones erstmal behutsam anlaufen. Gut so! Die Schlacht um Winterfell steht unmittelbar bevor, da hilft es der Serie die wenigen verbliebenen Charaktermomenten mit Leben zu füllen und uns die so sehr erhofften Reunions zu schenken, auf die wir teilweise seit acht Jahre gewartet haben. Dazu spendiert HBO noch ein schönes neues Intro. Winter Is Here!

Der Löwenanteil der ersten Folge spielt in und um Winterfell. Und auch wenn über die Jahre das Produktionsbudget stets gestiegen ist, so sieht diese erste Folge doch noch einmal wertiger aus. WOW! Leider will so recht kein einziges Wiedersehen richtig begeistern. Zumal die Mormonts keins spendiert bekommen haben. Und auch die Drachenreiter Flugstunde von Jon, Symbolik hin oder her, kann unter schnödem Fanservice verbucht werden. Leider lässt die Folge den Protagonisten auch keine Zeit, die Nachricht vom Fall der Mauer und die Wiederauferstehung von Viserion zu reflektieren. Wir als Zuschauer hatten dafür ja fast 1,5 Jahre Zeit, Jon und vor allem Dany keine zwei Minuten.

Das beste Zitat zur ersten Folge stammt aus der Zeit:

„Dadurch, dass die Serie Martins Bücher überholt hat […] stellt diese achte Staffel schlicht einen Lösungsversuch […], einen gordischen Knoten, […] [da]. Anders gesagt schreiben entweder Martin oder Benioff und Weiss mittlerweile Fanfiction.

aus zeit.de – Game of Thrones: Man trifft sich immer zweimal im Leben

Jons Entschluss in Staffel 7 sich Deanarys anzuschließen, stößt wie nicht anders zu erwarten auf wenig Gegenliebe im Norden. Weder bei seinen treuen Verbündeten, toll wie Lyanna Mormont den „King in the North“ vor den Kopf stößt, noch bei seinen „Geschwistern“, allen voran Sansa. Im Gespräch zwischen ihr und Tyrion, eines der wenigen längeren Wiedersehen der Folge, spürt man wie sehr Sansa dem einst cleversten Mann von Westeros entwachsen zusein scheint. Bran behält die Hand der Königin jedenfalls im Auge. Sieht dieser etwa einen möglichen Verrat Tyrions (in Zusammenarbeit mit Varys) gegenüber Daenerys kommen? Oder warum unterhalten sich Tyrion, Varys und Davos später in der Folge über Loyalität? Foreshadowing in coming.

Sansa scheint auch andere Pläne zu haben, weswegen sie mit Sir Yohn Royce, dem großen Verbündeten aus dem Vale spricht. Aber haben solche Intrigen und Pläne überhaupt noch eine Bedeutung, wenn der große Krieg quasi schon vor der Haustür steht? Oder bereitet sich Sansa auf die Zeit danach vor? Hofft sie etwa darauf, dass der Thron in Kings Landing dann frei ist?

Und auch das Wiedersehen zwischen Arya und Jon fällt zwar herzlich aus, aber die Assassine gibt ihrem Halbbruder durch die Blume zu verstehen, dass er bloß nicht auf den Gedanken kommen sollte die Starks zu verraten.

Eine wirklich ganz starke, emotionale und toll gespielte Szene präsentiert uns John Bradley A.K.A Sam. Dieser bekommt für seine Hilfe bei Jorahs Heilung von Dany ein dickes Dankeschön nur um dann vom Tod seines (verhassten) Vaters und seines Bruders #TEAMDickon durch seine neue Königin zu erfahren.

AUA…

Danach geht es ganz schnell. Sam wird von Bran beauftragt Jon endlich die Wahrheit zu sagen und so stürmt dieser in die Krypta und offenbar Jon seine wahre Identität. In der Szene wäre aber wirklich mehr drin gewesen. Aber alleine die Tatsache wird für mächtig Wirbel bei Jon und Dany sorgen. Sam dagegen wird sich wohl wieder seinen Büchern aus der Zitadelle widmen. Irgendwo muss doch was stehen, wie man die Armee des Night King besiegen kann. Noch mehr Foreshadowing. Vielleicht liegt der Schlüssel ja in den Weirwood Trees?

Der zweite wohl relevante Schauplatz in Staffel 8 ist ohne jeden Zweifel King´s Landing, in dem Cersei Lannister nun seit Ende der sechsten Staffel als Königin regiert und ihre ganz eigenen Pläne verfolgt. Euron kehrt nach seinem kleinen Ausflug nach Essos mit der Golden Company im Schlepptau zurück und erwartet, arrogant wie er nun mal ist, dass die Königin ihn dafür endlich belohnt. Und getreu dem Motto „Tears aren’t a woman’s only weapon. The best one’s between your legs.“ bekommt der Cajal-Pirat endlich was er die ganze Zeit schon wollte.

Die Nachricht, dass die Company keine Elefanten mit nach Westeros gebracht hat enttäuscht nicht nur uns sondern auch die Königin selbst. Aber die riesigen Eisspinnen bekommen wir oder?

Für Bron hat Cersei dafür einen ganz eigenen Auftrag. Ausgerechnet er soll nun die zwei Lannister Brüder töten? Keine Chance Cersei. Es wäre schon sehr verwunderlich und out of character, sollte Bron willentlich Tyrion und oder Jaime töten.

Kritikwürdig ist die Befreiung von Yara durch Theon. Diese fällt leider zu kurz und emotionslos aus und fühlt sich daher nur wie ein nötiges Abarbeiten von offenen Handlungsstrengen an. Aber die Serie hatte mit den Greyjoys eh selten ein glückliches Händchen. Theon macht sich also nun auf den Weg nach Winterfell und Yara will die Iron Islands für den Fall eines Rückzugs Danys bereithalten. FORESHADOW… ach lassen wir das.

Im Last Hearth, dem Sitzt der Umbers, kommt es gegen Ende der Folge dann zum aufeinandertreffen der Nachtwache rund um Edd und Tormund, der Beric Dondarrion im Schlepptau hat. Die Untoten haben die Festung eingenommen und niemanden lebend zurückgelassen. Dafür aber ein Botschaft, deren Symbolik uns im Verlauf der Serie schon des öfteren über den Weg gelaufen ist, für die Lebenden hinterlassen.

Zum Abschluss reitet dann Jaime Lannister Undercover in Winterfell ein.

Aber Bran hat ihn schon erwartet…

Wie geht es am 21-04 weiter?

Meine Todesliste:

  • Daenerys „Stormborn“ Targaryen
  • Cersei Lannister
  • Arya Stark
  • Jaime Lannister
  • Bran Stark
  • Euron Greyjoy
  • Tormund Giantsbane
  • Jorah Mormont
  • Beric Dondarrion
  • Greyworm
  • Melisandre
  • Theon Greyjoy
  • Sandor „The Hound“ Clegane
  • Gregor „The Mountain“ Clegane
  • Varys
  • Night King

Der Tod lauert an jeder Ecke für die verbliebenen Charaktere, doch Episode 1 hat andere Aufgaben zu erfüllen. Überraschend? Keines Falls und so bleibt die Todesliste diese Woche noch unberührt.

Welche Theorien sind eingetroffen?

Auch an der Theoriefront hat sich erwartungsgemäß kaum etwas getan. Zu mindest haben die Drehbuchautoren, hier namentlich Dave Hill, ein einsehen und lassen Jon nicht „dumm“ sterben. Er weiß jetzt um seine eigentliche Herkunft und wird sich seinem Schicksal stellen müssen. Konfliktpotenzial mit seiner Tante mit inbegriffen.


In den vergangenen fünf Monaten und einer Rewatch-Punktlandung waren die Erwartungen natürlich groß. Vor allem aber im Hinblick auf Folge 3 und 5. Der Staffelauftakt, der gekonnt von David Nutter, dem Regisseur der S3E9 „The Rains of Castamere“ inszeniert wurde, nutzt die letzten Momente der Ruhe aus, bevor es zum Krieg kommen wird, um den Charakteren noch mal die Gelegenheit zur Entfaltung zu geben. Ein über weite Strecken gelungener Auftakt dem man gerne mehr Spielzeit gegönnt hätte.

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