A Knight of the Seven Kingdoms

Wo die erste Folge der achten Staffel noch einige Handlungspunkte abarbeiten wollte, folgen nun in der zweiten Episode zutiefst ehrliche Blicke hinein in die, zur Verteidigung von Winterfell, versammelten Charaktere. Denn hier wird sie geschlagen, die vermeintliche Schlacht um das Schicksal der Menschen.

Gab es letzte Woche noch kurze Abstecher nach Kings Landing, so hat man sich für diese Folge entscheiden, die Handlung komplett in Winterfell spielen zu lassen. Klar, hier wird es in der kommenden Folge zum Aufeinandertreffen mit der Armee des Night King kommen, da will man den Zuschauern ein letztes Mal die Möglichkeit geben, seinen leibgewonnenen Charakteren Lebewohl zu sagen. Und so stehen die letzten Charaktermomente der noch übrig gebliebenen Figuren klar im Mittelpunkt.

Jaime, der letzte Woche in Winterfell eingetroffen war, muss sich zu Beginn der Folge für seine Verbrechen gegenüber Sansa und dem Norden, sowie Daenerys verantworten. Beide würden den Kingslayer am liebsten töten, doch Brienne kann Sansa überzeugen ihn zu verschonen. Und Jon hat schon recht, wenn er sagt, sie benötigen jeden Kämpfer den sie haben könnten. Danys Urteil wird erst gar nicht abgewartet. Zumindest wissen jetzt alle, dass Cersei sich ihren Kampf nicht anschließen wird und zusätzlich die Golden Company angeheuert hat. Somit ist das Vertrauen in die Fähigkeiten Tyrions, als Hand of the Queen, für Dany weiter gesunken. Zweifel, die sie vorerst aber beiseiteschieben kann, auch auf anraten ihres alten Begleiters Ser Jorah „Friendzone“ Mormont. Und auch Dr. Branhatten kann Jaime die Ereignisse aus der allerersten Folge der Serie verzeihen.

Nach dem Daenerys ihre Wut über das erneute Versagen Tyrions Unterkontrolle gebracht hat, sucht sie die Lady of Winterfell auf. Die, wie schon in der letzten Folge, Wichtiges mit Yohn Royce zu besprechen hat. Was wird da im Hintergrund vorbereitet? Die zwei hängen zur Zeit erstaunlich oft zusammen ab. Gestaltet sich das Gespräch zwischen ihr und Sansa anfangs offene und dann sogar herzlich, #HändchenHalten, interessiert sich Sansa am wenigsten dafür ob Dany ihren „Bruder“ liebt. Sie will wissen, was aus dem Norden wird, wenn der Krieg erst mal vorbei ist. Eine Antwort kann ihr Dany darauf nicht geben, aber ihr Blick verrät, dass sie beabsichtigt Herrscherin aller 7 Königreiche zu werden.

Inklusive dem Norden.

Währenddessen erreicht erst Theon (der von Sansa herzlich begrüßt wird) und später dann Tormund, Beric und Edd Winterfell und informieren Jon über die baldige Ankunft der Armee der Toten. Auch wenn die Erläuterung, wie sie es jetzt doch noch vor den White Walkern nach Winterfell geschafft haben eher schwach daher kommt, freut es einen sie an der Seite von Jon und Co. zu wissen. #TeamTheon

Beim Kriegsrat kommt es dann ganz klar zur Sprache. Dieser Kampf ist nicht zu gewinnen und ein Plan muss her, um den Night King in eine Falle zu locken. Seit der letzten Staffel vermuten wir, dass ein Sieg über den Anführer der Untoten, all seine Gefährten und die hunderttausenden Soldaten auf einen Schlag vernichten würde. Und wir erfahren, was der Night King nun für ein Ziel verfolgt. Er will den Three-Eyed-Raven aka Bran töten und so eine ewige Nacht heraufbeschwören. Nett, dass sich unser lieber Dr. Branhatten als Köder bereitstellt, geschützt von Theon und seinen Männern. Es wird wohl kein Zufall sein, dass sie sich gemeinsam beim Weirwood Tree auf die Lauer legen. Was hat es nur mit diesen Bäumen auf sich? Der Plan klingt jedenfalls schon danach, dass er zum Scheitern verurteilt ist.

Mittendrin streut die Episode immer wieder kleine Momente ein. Da wäre etwa die Davos-Shireen-Gedächtnisszene, die Missandei-Greyworm-wir-schmieden-Zukunftspläne-Szene, die Nightwatch Reunion zwischen Jon, Sam und Edd und natürlich die Arya-und-Gendry-haben-ein-Schäferstündchen-Szene zu nenne. Gerade bei Letzterem, kann man schon laut Fanservice rufen. Aber ist Gendry und seine Rückkehr in Staffel 7 nicht schon alleine ein laufender Fanservice? Vielleicht kommt einem die Szene auch nur komisch vor, weil wir Arya nie als fühlende Frau erlebt haben. Zu Beginn der Serie war sie ein kleines Mädchen, dass durch Verrat, Mord und Krieg zur gefühllosen Killerin herangewachsen ist. Da stehet Sex nicht besonders oben auf der To-do-Liste. Aber was Solls. Die Szenen schaffen es dennoch uns ein Gefühl davon zu vermitteln, dass nach der nächsten »Game of Thrones« Folge die Welt eine andere ist und hier einige Charaktere ihre letzten Augenblicke gemeinsamen hatten.

Herzstück der Episode ist die Szene zwischen Tyrion, Jaime, Brienne, Podrick, Davos und Tormund in der Grade Hall, wo sie gemeinsam am Kaminfeuer sitzen und den Beginn der Schlacht abwarten. Immer wieder wird zurück zu dieser Konstellation geschnitten. Und so erfahren wir nicht nur die Hintergründe um Tormund Giansbane Namen, sondern erleben eine der rührendsten Szenen der gesamten Serien schlechthin. Der Ritterschlag von Brienne durch Jaime, vor allem durch dass tolle Schauspiel von Gwendoline Christie getragen, berührt einen zutiefst. Und sollte das noch nicht gereicht haben, packt Daniel Portman mit seiner Gesangseinlage noch eine Schippe drauf.


High in the halls of the kings who are gone
Jenny would dance with her ghosts
The ones she had lost and the ones she had found
And the ones who had loved her the most


»Now we know what Podrick did to those girls.
He sang to them.«


Jenny of Oldstones – Was bedeutet das Lied?

Das Lied ist Jenny of Oldstones gewidmet. Einst verliebte sich Duncan Targaryen in sie und verzichtete deshalb auf seinen Thronanspruch. Duncan war der erstgeborene Sohn von König Aegon „Egg“ Targaryen, der ihn nach seinem besten Freund Duncan the Tall benannte. Die Abenteuer von Egg und Duncan sind unter dem Titel »A Knight of the Seven Kingdoms« erschienen. Und George R. R. Martin selbst gab zu, dass Brienne eine Nachfahrin von Duncan the Tall sei.

Jenny war zu dieser Zeit mit einer alten »Hexe« (Melisandre???) befreundet. Diese weissagte, dass aus der Verbindung zwischen Prinz Aerys (dem späteren Mad King) und Prinzessin Rhaella der »Prince that was promised« hervorgehen würde. Durch den Brand in Summerhall starben König Aegon »Egg« Targaryen und sein Sohn Duncan. Neuer König wurde Jaehaerys, der Vater von Aerys »The Mad King« und Rhaella. Die beiden hatten drei Kinder: Rhaeger (Jon Shows Vater), Viserys und Daenerys. Rhaeger wurde während des großen Feuers in Summerhall geboren und war immer von der Prophezeiung, die über seiner Familie lag, fasziniert.

Der Episodentitel und das Lied schaffen damit sowohl eine schöne Verbindung zwischen den Ereignissen rund um Brienne in der Episode und der Vergangenheit. Schön auch, dass damit das Thema des Auserwählen dezent eingewoben wird und eventuell als Fingerzeig zu verstehen ist, dass Jon und/oder Dany ihren Anspruch auf den eisernen Thron der Liebe wegen aufgeben werden.


Zum Ende der Folge sucht Daenerys dann Jon auf, der ihr die ganze Zeit aus dem Weg gegangen ist. Am Grab seiner Mutter, Lyanna Stark, erzählt er der Mother of Dragons von der Wahrheit, die er von Sam und Bran erfahren hat. Jon ist sich sicher, Argon Targaryen zu sein. Für Dany bricht daraufhin eine Welt zusammen, doch es bleibt keine Zeit mehr die Folgen dieser Geschichte zu besprechen, denn die White Walkers stehen vor Winterfell.

Bleiben am Ende nur die Fragen offen, was gerade in Kings Landing passiert, wo Bronn sich gerade aufhält und wann Melisandre noch mal in die Geschichte eingreifen wird?. Ob sie einen Gandalf-Moment, ähnlich dem der Knights of the Vale in der „Battle of Bastards“ Folge haben wird? Ist sie vielleicht Nissa Nissa oder gar die alte Wahrsagerin, die einst Jenny erzählte, dass die Targaryen-Linie mit dem mystischen Azor Ahai in Verbindung steht?

Wie geht es am 28-04 weiter?

Meine Todesliste:

  • Daenerys „Stormborn“ Targaryen
  • Cersei Lannister
  • Arya Stark
  • Jaime Lannister
  • Bran Stark
  • Euron Greyjoy
  • Tormund Giantsbane
  • Jorah Mormont
  • Beric Dondarrion
  • Greyworm
  • Melisandre
  • Theon Greyjoy
  • Sandor „The Hound“ Clegane
  • Gregor „The Mountain“ Clegane
  • Varys
  • Night King

Die Serie verschont ein letztes Mal ihre vielen Haupt- und Nebencharaktere. Das wird sich nächste Woche mit großer Wahrscheinlichkeit ändern.

Welche Theorien sind eingetroffen?

Aktuell gibt es an der Theoriefront nichts neues. Die wirklich wichtigen Fragen werden sicherlich nicht vor Folge 4 beantwortet. Es bleibt also nebulös und spannend…


Nicht ohne Grund erweckt »A Knight of the Seven Kingdoms« Erinnerungen an die Schlacht um Helms Deep. Regisseure David Nutter und Drehbuchschreiber Bryan Cogman greifen eigentlich alles an aufgeladener Emotionalität aus acht Jahren Game of Thrones ab und geben den so vielen lieb gewonnenen Charakteren ein letztes Mal die Chance zur Entfaltung. Viele von ihnen werden nächste Woche den Tod finden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s